Aus- und Weiterbildungen in tiergestützter Therapie

Um tiergestützte Therapie sach- und fachgerecht einsetzen zu können, brauchen Mensch und Tier eine adäquate Ausbildung. Deshalb hat die Europäische Society for Animal Assisted Therapy (ESAAT) Standards für die theoretische und praktische Fundierung auf dem Gebiet der tiergestützten Therapie erarbeitet.

Ziel ist es die Ausbildung EU-weit zu vereinheitlichen und Minimalqualifikationen der Vortragenden und des ausbildenden Personals festzulegen und eine Qualitätskontrolle zu etablieren.

Die Aus- und Weiterbildungen unterscheiden sich in

  • Fachausbildung /universitäre Ausbildung
  • Basisausbildung

Hinweis: Von der ESAAT werden grundsätzlich keine Institutionen oder Anbieter akkreditiert, sondern nur einzelne Aus- oder Fortbildungen. Deshalb sollte bei der Suche nach qualifizierten Aus- und Weiterbildungen erfragt werden, ob die jeweils gewünschte Aus- oder Fortbildung tatsächlich von der ESAAT akkreditiert ist.

Basisausbildung

Die Basisausbildung umfasst mindestens 15 Stunden theoretischer Unterricht und mindestens 20 Stunden praktische Ausbildung des Mensch-Hund-Teams. Hinzukommen mindestens 3 Assistenzbesuche und eine schriftliche wie praktische Prüfung.

Ziel ist es, dass die AbsolventInnen und Ihr Tier in der Lage sind, als Team zu kommunizieren, die vielseitigen Möglichkeiten und Grenzen des tiergestützten Einsatzes mit Klienten zu erkennen, und dies für das jeweilige Tier artgerecht umzusetzen.

Das Therapiebegleit-Tier-Team erbringt soziale, pädagogische oder therapeutische Dienstleistungen. Das Therapiebegleittier wird zusammen mit seiner Halterin ausgebildet und verrichtet seine Aufgabe unter íhrer Anleitung.

Im Abschlusszertifikat wird auf die jeweilige berufsfeldspezifische Qualifikation des menschlichen Teammitglieds hingewiesen. Besteht keine therapeutische, pädagogische oder betreuende Grundqualifikation wird der Zusatz „Qualifiziert für Besuchstier-Einsätze“ verwendet.

 

Fachausbildung/Universitäre Ausbildung

Die Fachausbildung umfasst mindestens 60 ECTS (= 1500 Stunden gesamter Arbeitsaufwand) und beinhaltet theoretischen und praktischen Unterricht, Praktikum und Projektarbeit. Sie schließt mit einer Prüfung sowie einer wissenschaftlichen Hausarbeit ab.

Ziel ist die Qualifikation zur geprüften Fachkraft für tiergestützte Therapie und Pädagogik für den professionellen Einsatz von Tieren (insbesondere von Hunden) in der Betreuung von Menschen aller Altersgruppen, im Besonderen von Menschen mit einem erhöhten Förderbedarf (z.B. verhaltensauffällige, behinderte, kranke Menschen) im Sinne der Gesundheitsförderung, sowie zur Hebung der Lebensqualität und des Wohlbefindens.

AbsolventInnen der Weiterbildung sind qualifiziert für ein eigenverantwortliches tiergestütztes therapeutisches und/oder pädagogisches sowie gesundheitsförderndes Arbeiten im Rahmen von Institutionen oder in der freien Praxis.